Tägliche News für das Management von Pflege und Wohnen im Alter

31. März 2026 | 07:00 Uhr
Teilen
Mailen

Ambiente Care – da waren es nur noch sieben Standorte

Die Krise des Pflegeanbieters Ambiente Care spitzt sich fast im Wochentakt zu: Nun hat der Vermieter der Seniorenresidenz Stemwede im westlichen Niedersachsen dem Unternehmen gekündigt. In den Wochen zuvor war bekannt geworden, dass Ambiente Care die Standorte in Gröbenzell (Bayern) und Herbstein (Hessen) schließt. Insgesamt ist Ambiente Care innerhalb eines halben Jahres von 17 auf 7 Standorte geschrumpft.

Dorea Stemwede .jpg

Den Betrieb des Pflegeheims in Stemwede hat jetzt interimsmäßig Terranus übernommen 

Der Vermieter der Einrichtung in Stemwede hat Terranus mit dem Betrieb beauftragt. Terranus ist einer der größten Pflegeimmobilienberater der Branche und übernimmt immer wieder das Interimsmanagement von Pflegeheimen.

Es hakt aber nicht nur bei den Mietzahlungen. Ambiente Care hat auch zunehmende Probleme mit Lieferanten. Masken, Einmalhandschuhe und Papierhandtücher sind in den Ambiente-Care-Häusern zur Mangelware geworden. Das berichten zahlreiche Mitarbeiter an Care vor9 und jüngst auch die Nordwest-Zeitung über den Standort in Hatten.

Hinzu kommt, dass die Mitarbeiter an fast allen Standorten seit mehr als vier Wochen auf ihr Februar-Gehalt warten. Sie haben es gar nicht oder nur zu einem kleinen Teil erhalten. Lediglich in Herbstein wurde den Mitarbeitern das Gehalt vor wenigen Tagen mit Verspätung gezahlt. Für Herbstein gibt es kurzfristig eine Lösung: Kurz vor der Schließung hat sich ein Pflegeunternehmer aus der Region gefunden, der den Betrieb übernimmt und weiterführt.        

In Gröbenzell sind eine Leasingkraft und der Koch allein vor Ort    

Am Standort Gröbenzell zeigt sich, wozu lang ausbleibende Gehaltszahlungen am Ende führen können: Die Ambiente-Geschäftsführer schließen ihn jetzt doch schon zum 1. April statt zum 31. Mai, wie ursprünglich angekündigt. Eine Angehörige berichtet von einem Anruf, den sie von einer Ambiente-Zeitarbeiterin erhalten hat. Diese rief über ihr privates Mobiltelefon an, da der Telefonanschluss und das W-Lan in der Einrichtung nicht mehr funktionierten. Sie sei mit dem Koch und sieben Bewohnern vor Ort, sagte die Pflegefachkraft. Auf die elektronische Dokumentation habe sie keinen Zugriff. Nach langem Suchen in verschiedenen Räumen und Schränken sei sie schließlich auf die Telefonnummer der Angehörigen gestoßen, die sie über den Sturz ihrer Schwiegermutter informieren wollte.

Solche Situationen könnten in den sieben verbliebenen Einrichtungen häufiger auftreten, wenn im April zwei Monatsgehälter ausstehen. Es ist gut möglich, dass die Heimaufsichten dann mit ihrer Geduld am Ende sind.

Kirsten Gaede

Newsletter kostenlos bestellen

Ja, ich möchte den Newsletter täglich lesen. Ich erhalte ihn kostenfrei und kann der Bestellung jederzeit formlos widersprechen. Meine E-Mail-Adresse wird ausschließlich zum Versand des Newsletters und zur Erfolgsmessung genutzt und nicht an Dritte weitergegeben. Damit bin ich einverstanden und akzeptiere die Datenschutzerklärung.

  

Anzeige
Anzeige