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8. Mai 2026 | 07:00 Uhr
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Steigende Löhne werden für Träger zum Hauptproblem

Steigende Personalkosten sind für soziale Träger und Pflegeanbieter innerhalb eines Jahres zur größten Sorge geworden. Wie das aktuelle Trendbarometer von Sozialgestaltung und Sozialbank zeigt, nennen 59 Prozent der über 150 befragten Branchenvertreter die Lohnkosten als zentrales Problem. Das ist ein Plus von 49 Prozentpunkten gegenüber der letzten Befragung vor einem Jahr. Gleichzeitig wollen 51 Prozent ihre Auslastung verbessern und viele Investitionen in Immobilien verschieben. Die Diskussion um eine begrenzte Tarifrefinanzierung dürfte die trübe Stimmung beeinflusst haben.

Steigende Lohnkosten nannten voriges Jahr nur zehn Prozent der Befragten als zentrales Problem

Das achte Trendbarometer der Beratungsgesellschaft Sozialgestaltung und der Sozialbank zeigt eine Branche, die sich zunehmend auf Stabilisierung und wirtschaftliche Steuerung konzentriert. Besonders auffällig ist die extrem zugenommene Sorge über steigende Lohnkosten innerhalb eines Jahres. Mehr als die Hälfte der Befragten nennt sie inzwischen als zentrale Herausforderung; im Vorjahr waren es lediglich zehn Prozent.

Die Umfrage lief zwischen dem 18. März und dem 12. April 2026, also genau in der Phase, in der die Finanzkommission Gesundheit ihre Vorschläge zur Beitragsstabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung präsentierte. Dazu zählte auch, Pflegeanbietern die vollständige Refinanzierung tarifbedingter Personalkosten teilweise zu streichen. Diese Debatte dürfte die Einschätzungen vieler Teilnehmer beeinflusst haben.

Viele Träger haben keinen Überblick über ihre Belegung

Auffällig ist auch die Auslastung. 51 Prozent der Organisationen wollen ihre Belegung optimieren. Das deutet darauf hin, dass viele Einrichtungen ihre Kapazitäten nicht vollständig ausschöpfen oder diese stärker steuern wollen. Ein weiteres Ergebnis passt dazu: Nur knapp die Hälfte der Organisationen erhält überhaupt monatliche Belegungsdaten im Reporting, bei rund einem Drittel kommen die Zahlen laut Studie nicht rechtzeitig genug für eine wirksame Steuerung.

Trotz der angespannten Lage investieren viele Träger weiterhin in Personal und neue Geschäftsmodelle. 76 Prozent priorisieren Personalinvestitionen und 49 Prozent die Weiterentwicklung ihres Geschäftsmodells. Susanne Leciejewski, Geschäftsführerin von Sozialgestaltung, sieht darin den Versuch vieler Organisationen, ihre "Zukunftsfähigkeit aktiv zu stärken".

Expertin sieht im Aufschieben von Investitionen ein Risiko

Zurückhaltender agieren die Einrichtungen dagegen bei Bau- und Modernisierungsvorhaben: 51 Prozent verschieben diese ganz oder teilweise. 51 Prozent verschieben Immobilienprojekte ganz oder teilweise. Leciejewski warnt vor den Folgen: "Obwohl der Modernisierungsbedarf wächst, werden Investitionen aufgeschoben. Das ist ein ernstzunehmendes Risiko."

Insgesamt bewerten 42 Prozent der Befragten ihre wirtschaftliche Lage als angespannt oder eher angespannt. An der Umfrage nahmen mehr als 150 Branchenvertreter aus der Sozial- und Gesundheitswirtschaft teil.

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